Tschechien • Prag

Lipno See ~ Moldau ~ Elbe

traveler bikers 510 km
Juni 2018 : 6+2 Tage
<strong>Ahoj!</strong> Die Tour 2018 beginnen wir ganz oben auf einem gigantischen Aussichtsturm aus Holz, auf einem 900 m hohen Plateau im Ort Lipno im Süden Tschechiens. Den Abstieg ins Tal verkürzten wir mithilfe einer Rutsche. Dass diesmal Tschechien an die Reihe kommt, wussten wir schon seit einem Jahr. Dafür verantwortlich ist Fred aus Deutschland ein Radfahrer, der uns dieses Land vorgeschlagen hat. Die Karten mit den Wegen und Informationen über die Übernachtungsmöglichkeiten sammelten wir schon ein paar Monate zuvor. Diesmal zögerten wir und hatten nur das mitgenommen, was wir in den letzten Tagen gefunden haben. 8-tägiger Reiseplan: Zum Ausgangspunkt [P] fuhren wir von Slowenien aus mit dem Auto und setzten unsere Reise der Moldau entlang über Prag mit dem Fahrrad fort. Wir hatten die Absicht, auch einen Teil entlang der Elbe zu radeln, jedoch stellten wir schnell fest, dass wir aufgrund vieler Steigungen nicht die gesamte geplante Route hinter uns bringen werden. Schau, hier kann man verständlich mit slowenischer Sprache reisen. Der größte (künstliche) See Tschechiens, die Staumauer wurde im Jahre 1960 errichtet mit dem Ziel der Regulierung des Wasserflusses der Moldau und der Stromerzeugung. Ende Juni: 10 °C plus bzw. minus aufgrund des kalten Nordwindes. Der Komponist Bedřich Smetana widmete der Moldau eine seiner sechs Sinfonien, die mit ihrer Dramatik den Lauf der Moldau schildert. Wenn man am Bankomaten für 100 € Kronen abhebt, spart man bis zu 8 €. Wenn man Geld am Geldautomaten seiner Bank abhebt, gibt es keine Provision. Vollgeladen mit Kronen, fahren wir den Abenteuern entgegen. Zahlreiche Alleen erleichtern in den heißen Tagen den Weg. Wir suchten nach sonnigen Spuren. Äää, die nächste pricklige Fotosession: zwei Stewardessen, ein Pilot und zwei mittelalterliche Gestalten. Die zweitgrößte Burg in Tschechien. Die Stadt bekam ihren Namen nach dem krummen Fluss, der um die Burg fließt. Die Altstadt steht unter dem Schutz der UNESCO. Wer sich für Geschichte, das Mittelalter und Schlösser interessiert, befindet sich hier am richtigen Ort. Obwohl der Greifvogel einen riesengroßen Käfig hat, hat er noch immer zu wenig Platz zum Fliegen. Es hat die ganze Zeit geregnet, aber wir blieben größtenteils trocken. Wir schliefen auf dem Ufer des Teichs. Es ist nicht überraschend, dass es die ganze Zeit regnet, wenn das Kernkraftwerk so viele Dämpfe in die Atmosphäre freisetzt. Hier werden wir uns nur schwer erholen, wenn Brennnesseln unter dem Hintern wachsen. Ist schon besser. Wir erlebten posttraumatischen Stress: Die Straßen waren meist völlig glatt, ohne Löcher und leer. »Papa, ich habe Hunger!« »Sollen wir Kräuter pflücken und eine Suppe kochen?« Lieber nehme ich mein GPS, das mir den nächstliegenden »Futterspender« vorschlägt, der jedoch immer noch weit entfernt ist. Nun ist es passiert: eine spontane, aber jedoch hungrige Reise. Als wir schon am Verhungern waren, sahen wir im Dorf einen Bedienungsladen, in dem die Verkäuferin immer noch hinter der Theke steht und die Kunden bedient. Aleks schlägt vor, dass wir bei der nächsten Tour auch einen Kocher mitnehmen, ich schlage lieber eine Köchin vor. Auf dem ganzen Weg sind wir nur 1-mal falsch abgebogen, jedoch haben wir den Fehler schon nach einem Kilometer erkannt. Gelegentlich haben wir uns mit dem GPS geholfen. Fotografieren, Posieren und Selfies machen, sind ein wesentlicher Bestandteil der Reise. Die Landschaften ähneln sich. Kommt ein Ungewitter auf oder nicht? Es begann zu regnen, jedoch schafften wir es, eine Minute zuvor ein Häuschen aufzustellen. Mögliche »Plätze« haben wir schon 10 km vorher mithilfe des Handys und Fotos aus dem Internet ausgesucht. O, schau, unser heutiges Mittagessen! »Aleks! Füttere die Tiere nicht mit unseren Vorräten, die uns übrig geblieben sind. Was, wenn es wieder kein Restaurant oder Geschäft geben wird?« Wo es keine Brücke gab, ließen wir uns durstig über das Wasser bringen. Höhenvorbereitungen. Der Aussichtsturm Petřín wurde im Jahre 1891 gebaut. Auf den 63,5 m hohen Turm gelangt man über 299 akrophobische Treppen oder mit einem klaustrophobischen Lift, der wie ein Käfig aussieht. 360° Aussicht auf die Stadt. Vor dem Franz Kafka Museum. Man kann den beiden Männern eine SMS zusenden. Sie können nämlich beim Pinkeln auf die Karte Tschechiens eine Nachricht schreiben, ihre Körper und ihr Piephahn bewegen sich nämlich. Spaziergang durch die engste Gasse in Prag (50 cm) und eine der engsten der Welt. Nachdem wir einige Tage mit dem Rad unterwegs waren, war endlich ein Restaurant am Abend geöffnet. Natürlich erst in Prag. Wir haben Nobel zu Abend gegessen. In der gesamten Tschechischen Republik ist jede Abzweigung oder Kreuzung für Radfahrer gut und einheitlich gekennzeichnet. Manchmal zu genau. Entlang der Flüsse gibt es viele geregelte Radwege mit Rastplätzen. Abfälle oder Bauschutt haben wir nirgends gesehen. Die Konstruktionsgrafik hat uns gefallen. Erst zu Hause bemerkten wir, dass wir auf allen Fotos vom Apparat wegfahren. Wir schliefen in einer Weltraumkapsel im Fass. Einen Teil der Strecke fuhren wir auch der Elbe entlang, die sich in der Stadt Mělník der Moldau anschließt. Zusammen fließen sie nach Hamburg und münden in die Nordsee. Die einzigen Radfahrer, die wir auf der 500 Kilometer langen Tour trafen. Oder haben wir die anderen nicht bemerkt? Wie ist es mit so einer zahlreichen Gruppe zu reisen? 3-mal sind wir nach Prag zurückgekehrt. Das Zentrum ist eine Katastrophe für Radfahrer. Die meisten Laufflächen sind mit Steinen oder Pflastersteinen gepflastert und mit Touristen überfüllt. Der Bildhauer war mitten in seiner sandigen Performance, als die Arbeiter des Kommunaldienstes gekommen sind, um den Bürgerstein zu reparieren. Gerade jetzt? Wie hat es die Musikerin geschafft, dieses schwere Piano zum Bahnhof zu bringen? Nun es steht die ganze Zeit hier und jeder kann einige Minuten des Ruhms von Smetana einstreichen. Der Bahnhof in Prag und auch sonst ist die Tschechische Bahn sehr modern. Ihre Webseite ist eine der transparentesten, die ich je gesehen habe. Alles in 3 Sprachen. Bis zum Ausgangspunkt mussten wir auf einen Geleitzug umsteigen. Die frohen Pfadfinder und Schüler beim Ausflug wurden vor der Schaffnerin von zwei bewaffneten Sicherheitskräften bewacht. Auf dem Bob verprasste Aleks noch die letzten Kronen … ... die tschechischen <em>Münzen</em> wandelte er in <em>Frost</em> um. Am Lipno See, wo wir die schöne Tour vor eine Woche starteten, beenden wir sie langsam. Das Auto wartete die ganze Zeit geduldig am See auf uns. Wir bringen beide Räder am Dach an und in fünf Stunden wartet zu Hause schon eine Rindfleischsuppe auf uns. Unser Eindruck: Etwas was jetzt »tschechisch« ist, ist lobenswert. Auf Wiedersehen Tschechien!