Italien • Schweiz • Südtirol • Österreich

Mailand ~ St. Moritz ~ Innsbruck

traveler biker 498 km
Juni 2018 : 5 Tage
<strong>Giorno.</strong> Die Radtour begann ich im Finanzzentrum, im höchsten Gebäude Italiens <em>Torre UniCredit</em> (231 m). Schon viele Jahre bin ich der Designer für ihre Bank in Slowenien. Gelegentlich verwenden wir Fotos vom Gebäude, deshalb wollte ich es auch vor Ort erleben. Die Zwillingstürme <em>Bosco Verticale</em>, 110 und 76 m hoch. Die hohen Bäume wurden nicht von Gärtnern gepflanzt, sondern von Alpinisten. Mailand, eine Stadt mit 1,3 Mio. Einwohnern, habe ich mir am Freitagnachmittag vollkommen chaotisch vorgestellt, aber es war ziemlich angenehm und leer. Die Gasse, die mich zur F1 Rennstrecke nach Monza führte. Die Abfahrt nach Como war verrückt. Die Radfahrer überholten Autos auf der linken und rechten Seite. Sogar auf der Innenseite des Kreisverkehrs. Niemand berücksichtigte die Regeln. Außer mir. Der Comer See. Nach der Oberfläche ist er der drittgrößte See Italiens. Länge: 51 km. Wegen des mediterranen Klimas wachsen hier subtropische Pflanzen wie z. B. Palmen, Zitrusfrüchte, Oliven. Mein Sohn Aleks mietete mir eine Sportkamera. So kann ich fotografieren, ohne anzuhalten. Ich schaue nur in die gewünschte Richtung. Während dich Trump schon ungeduldig in Singapur erwartet, machst du K. Jong Un, Selfies mit deinen Fans. In Italien gefällt es mir immer. Auch die Italiener. Auch beim Hupen hören sie sich nicht so bedrohlich an wie slowenische Fahrer. Sieht ihr nicht, dass niemand euren polierten Porsche ansieht. Und verschwindet gefälligst von der Zufahrt zur Fähre. Am See haben George Clooney, Madonna, Brad Pitt, Donatella Versace ihre Residenzen. Schau, <em>Klüni</em> bringt seine Amal zur Maniküre. Der 2. Juni ist in Italien der Tag der Republik. Die meisten Geschäfte sind geöffnet, jedoch habe ich trotzdem meine gewünschten Flip-Flops in mehreren Geschäften nicht gefunden. Die Schweiz. Ich fühle mich wie zuhause. Schließlich wurde ich in diesem Land geboren und habe hier gelebt. Die Straßen und Wege kennzeichnete ich mit schon im Voraus. So muss ich auf der Radtour nicht mehr viel nachdenken und nachfragen. Würde ich die Route trotzdem bewältigen, wenn ich nicht 60 Seiten an Karten dabei hätte? Ja, jedoch würde ich die versteckten Straßen, die verkehrsfrei sind, nicht finden. Zum Übernachten habe ich allen notwendigen Luxus: ein Häuschen, ein Bett, ein Holzofen (versteckt hinter dem Tisch), ein Esszimmer, einen Springbrunnen mit Bad und … … und die Versorgung für meine <em>Gadgets</em>. Ich konnte es kaum glauben, dass mich zwei freundliche Schweizerinnen zum Frühstück eingeladen haben. Offensichtlich haben sich die Schweizer inzwischen verändert. Wenn man einmal das Stilfser Joch hinter sich lässt, sind alle anderen Pässe kein schweres Hindernis (Malojapass, 1.815 m). Die Schweiz würde nur mit ihren Schokoladen, dem Käse und ihren Taschenmessern schnell in Konkurs gehen. Sie verdienen mit Banken, der Pharma-/Chemieindustrie, so wie der Nahrungsmittel- und Maschinenbauindustrie. Auch die Tourismusindustrie trägt nur wenige % zum BIP des Landes bei, trägt aber dennoch jährlich 32 Mrd. € (2017) bei. Heute gilt der mondäne Ort als erstes touristisches Wintersportzentrum der Welt (seit 1864). Es gibt mehr als 300 Sonnentage im Jahr und 350 km Skipisten. Vor Jahren gingen wir mit meinen Eltern ins Palace, um uns für den Winterurlaub zu <em>erkunden</em>. Anscheinend haben wir einen Eindruck hinterlassen, dass sie uns die Luxus Suite im obersten Stockwerk des Hotels zeigten. Einst betete man vor dem Essen. Heute fotografiert man das Essen und veröffentlicht das Foto in sozialen Netzwerken. Lass es dir schmecken für 29 CHF (25 €). Der Flughafen dient hauptsächlich den reichsten <em>Jetset</em> Erdbewohnern. Ich habe mir ein Match angesehen. Aber erst nach dem Durchsehen der Fotos habe ich bemerkt, dass ich Fußballspielerinnen zugesehen habe. Ich veröffentliche die Preisliste einer Dorfkneipe in einem <em>No-Name</em> Ort. Ziehe einige CHF ab und du erhältst die Preise in EUR. Ein paar Meter hohe Schneehaufen wirkten wie Gefrierschränke auf mich. Obwohl es am Fluss immer abwärtsgehen müsste, ging es mehr hinauf, nach unten musste ich die ganze Zeit auf die Bremsen drücken. Nichts für Leute mit Höhenangst. Um acht Uhr abends schleppte ich mich mit letzter Kraft auf den 2.149 m hohen Ofenpass. Jetzt habe ich genug von diesem <em>Kitsch</em> dieser zahlreichen Seen. Wenn du keinen Kitsch magst, dann fahre oder spaziere doch lieber noch über einen Pass. Der Reschen Pass, 1.504 m, an der Grenze zwischen Südtirol und Österreich. Was gab es zuerst: den See oder den Glockenturm? In jedem Fall war hier vor langer Zeit die Slowenische Krone, eine der Hauptstädte der »Ururslowenen«. Auf meinem Weg fand ich ein teures Handy, kurz danach fand ich auch die glückliche Besitzerin. Vor 16 Jahren fand ich in der Nähe auch ein Handy und später den Besitzer. Manchmal findet sich irgendwo ein Spaßvogel, der den Wegweiser in die falsche Richtung dreht. Versprechen: ich werde die Regeln lernen und ihnen treu folgen. Mein hartnäckiges Radeln und Verhalten sollen zeigen, dass ich ein würdiger Radfahrer meines Volkes bin. Unterwegs verpasste ich am Gymnasium Brigitte (Deutsch/Englisch Professorin) bei den »Sprechstunden« aufgrund von seltsamen Zufällen. Schon letztes Jahr haben wir uns verpasst. Was fotografierst du mein Fahrrad? Bemerkst du nicht, dass dir ein nicht zu sehr begeistertes japanisches Modell posiert. In Innsbruck fehlt es drastisch an Fahrradparkplätzen. Sie werden an alle möglichen Masten und Straßenlampen angekettet. Im angenehmen Stadt am Inn beende ich eine anstrengende, aber wundervolle Radtour. Im Zug zeigen Bildschirme Informationen transparent an, neben bei wird man auch über die Lautsprecher in zwei Sprachen, sogar darüber informiert, auf welcher Seite des Waggons man aussteigen muss. Im slowenischen internationalen Zug gibt es nichts von dem. Aber es gibt einen persönlichen Ansatz: Der Schaffner informiert jeden Passagier darüber, wann er aussteigen muss. Auch mich informierte er vor Laibach.