Stilfser Joch: 2800 m

Comer See • Gardasee

Reiseraeder 405 km
Juni 2017 : 7 Tage

<strong>Servus</strong>, wir sind wieder da! Diesmal sind wir mit dem Fahrrad in Südtirol* und in Norditalien unterwegs. *Wird hierzulande ein Einheimischer gefragt, in welchem Land er lebe, bekommt man eine eindeutige Antwort: in Südtirol. Wir haben in Erfahrung gebracht, dass hier in der Schule zuerst Deutsch gelernt wird, erst später ist das Italienische an der Reihe. Am ersten Tag fuhren wir der drückenden Hitze von 36° Celsius entgegen. Sogar in den Tunneln war es heiß. Beim Zwischenhalt brauchten unsere heißen Füße eine Erfrischung. Aleks bestellte auf Italienisch, ich auf Südtirolerisch. Unser 7-tägiger Plan. Wir wollten noch ins Zentrum von Mailand abbiegen, doch haben die allnächtlichen und -täglichen Regenschauer unsere Pläne durchkreuzt und die zunächst geplante Route wurde geändert. Der nette Hausbesitzer, der <em>Boss</em>, stellte uns seine Wiese zur Verfügung, so dass wir uns einen x-beliebigen Zeltplatz aussuchen konnten. In der Nacht regnete es. In Südtirol gibt es viele gut ausgeschilderte Radrouten. Zwei Tage lang waren wir nicht ein Mal auf einer üblichen Verkehrsstraße unterwegs. Können Sie sich vorstellen, 100 km auf so einem Radweg zu fahren? Nachdem ich seit einem Jahr nach leichten Pantoletten mit Klettverschluss gesucht hatte, fand ich in Meran das gewünschte Modell. Ich komme wieder. Schau mal, die Wolke 7 ist noch frei! Man sucht sich Feld- u. Gartenfrüchte S_LF aus und wirft die €€€ in die Kasse. In der Nacht beklaute uns ein Fuchs: Aus dem Vorraum wurde die Tüte mit dem Frühstück entwendet. Wir haben die leere Tüte später im Wald gefunden. Wir dachten, dass man nur in Alaska das Essen vor den Wildtieren verstecken müsste. Eine gute Lehre für die Zukunft! Ortler (3.905 m). Und was, wenn es kein listiger Fuchs war, sondern dieser ausgestreckte Schnösel? So stiegen wir bis zur ersten Imbissstube auf 2.200 Meter ü. M. nur mit dem Zahnpasta-Geschmack und einigen Keksen im Bauch. Flüssige Brennstoffe hatten wir genug. Zum Glück funktionierten die Gänge bergauf und die ganz neuen Bremsen bergab. Als wir feststellten, dass Robi keinen Beweis für seinen Aufstieg hatte, wurde dieses Foto vom Stelvio-Fotografen geschossen, der sich in der Kurve dienstbereit zeigte. Das Stilfser Joch ist mit seinen 2.757 m ü. M. der zweithöchste asphaltierte Gebirgspass in den Alpen. Links oben gibt es ein Skigebiet, das nur im Sommer geöffnet ist. Der Pass ist nämlich im Winter gesperrt. 2.800 m ü. M. Tibet-Hütte. Das Ziel erreicht. <em>Los, sofort zwei Apfelstrudel bringen. Dalli!<em> Gebirgs-Striptease vor der malerischen Kulisse der Schweizer Berge. Schluss mit dem Südtirolerischen. Ab jetzt <em>parliamo</em> nur noch <em>italiano.</em> In der Top-Gear-Sendung wurde die Straße als <em>World's Greatest Driving Road</em> bezeichnet. Nur in Dubai sieht man so viele starke Sportwagen auf einmal. Nun sind alle nach Hause gefahren. Als sie Helme auf den Köpfen hatten, sahen sie beängstigend aus. Und als sie diese abgenommen hatten, war es noch beängstigender! Die beste Abfahrt – <em>ever</em>. Nach Bormio. Die glimmenden Bremsen wurden gekühlt und wir rasten wieder durch Tunnels und Kurven. Steil hinunter und über die steilen Wände. Das Camp in Sondal hat keine Webseite, dafür ist eine falsche Telefonnummer im Netz zu finden. Die Rezeption wird bereits um 18 Uhr geschlossen und der Eigentümer geht nach Hause. Trotzdem übernachteten hier – das Camp ist sonst sehr gemütlich – an diesem Tag sogar zwei Gäste. Wir kauften die <em>Specialità</em> ein, einen Kuchen mit Backobst, Nüssen und Honig. Eine wahre Energie-Bombe, die uns dann den ganzen Tag begleitete. Wieder Kilometer um Kilometer lange geordnete Radwege, wo – außer Regen – nichts passiert. Der Typ wandert bzw. fliegt mit seinem Fallschirm und schweren Rucksack über die Alpen. Seit 14 Tagen. An diesem Tag ist er mehr gelaufen als geflogen. 30 Meter höher steht eine weitere Brücke, damit der Weg nicht zu weit abbiegt. <em>Specialità della località</em> – den Kuchen haben wir auch nach 70 km noch nicht aufgegessen. Wir schliefen direkt am Comer See in komfortablen Wasserbetten und mit dieser Aussicht ... bis es anfing in Strömen zu gießen. <em>Meteoalarm rosso!</em> Die ganze Nacht und den ganzen Tag schüttete es wie aus Eimern. Heißt der Alarm deswegen roter? Die <em>Località</em> haben wir endlich zu Ende gegessen. Aber ein Auto würde man im Kindergartenalter schöner zeichnen. Der Anschluss war viel spektakulärer, denn von der lokalen Straße haben wir uns auf die richtige Autobahn bereits im Tunnel eingefädelt. Im Tunnel fahren wir durch das 15 cm stehende Wasser. Eine kalte Dusche seitens der vorbeifahrenden Autos war uns gesichert. Die Fahrt durchs Wasser reicht uns. Wir haben Fahrkarten gekauft, die in Italien erst nachdem man sie gestempelt hat, gültig sind. Die Tagesetappe wurde nördlich von Mailand beendet und wir fuhren mit dem Zug zum Gardasee. <em>Wäsche.</em> Riechen Sie den milden betörenden Duft der Bergblumen, erzeugt durch die neuesten Entdeckungen der Waschchemie. Papa, schau! Heute steht nur die a(tra)ktive Erholung auf dem Plan. Auf den Besuch des Vergnügungsparks mit dem Fahrrad haben wir uns etwas anders vorbereitet als wenn wir mit dem Auto gekommen wären. Die Wertsachen wurden an der Campingplatzrezeption im Safe liegengelassen und unsere Fahrräder wurden beim Wächter am Parkeingang angekettet. Da man aber auf der Achterbahn nichts in der Hand haben darf, steckte ich meine Gürteltasche mit dem Portemonnaie, den Dokumenten und meinem Handy unter mein Hemd. So! Bei der Kontrolle wurde nichts bemängelt. Alle Attraktionen dürfen besucht werden. Der letzte Kampf von <em>Italo Western</em>. Nach dem Besuch dieses <em>Landes</em> war die Müdigkeit am Ende des Tages größer als nach einer täglichen 120 km langen Radtour samt all dem Gepäck auf dem Fahrrad. Der letzte Abend: Gardasee. Die kleine Umfrage über Aleks‘ Zufriedenheit: 1. Gardaland, 2. Abfahrt vom Stilfser Joch, 3. Übernachten im Gartenspielhaus.